L+
Mit L+ wollen wir begabten und interessierten Schülerinnen und Schülern eine Gruppe bieten, in der regelmäßig besondere Veranstaltungen stattfinden, und damit den sozialen Zusammenhalt fördern. L+ ist kein Ersatz für die vielen anderen Möglichkeiten, sich seinen Talenten entsprechend zu betätigen, sondern eine Ergänzung oder vielleicht ein Rahmen dafür.
So besuchten wir beispielsweise schon das Walderlebniszentrum Roggenburg, den Zweckverband Landeswasserversorgung in Langenau, das EMU Lab der Universität Ulm und das Donauschwäbische Zentralmuseum. Zur Zeit besteht L+ aus Jugendlichen der 8. bis 10. Klasse. Wir wollen das Projekt in den nächsten Jahren weiter nach oben wachsen lassen und jeweils neue Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen dazugewinnen.
L+ im EMU Labor der Uni Ulm
Beim Besuch des schulinternen Begabungskurses L+ im EMU-Labor der Universität Ulm erwartete die Schülerinnen und Schüler ein spannender und praxisnaher Einblick in die Welt der Kunststoffe. Unter fachkundiger Anleitung durften sie selbst experimentieren und verschiedene Herstellungsprozesse hautnah erleben.
Ein besonderes Highlight war die Herstellung von Biopolymer-Alginat-Kapseln, die an die beliebten „Bubble-Tea-Perlen“ erinnern. Mit großem Interesse beobachteten die Schülerinnen und Schüler die chemischen Reaktionen und konnten ihre eigenen Kapseln produzieren. Ebenso beeindruckend war die Herstellung einer Styroporkugel sowie eines Nylonfadens, bei der deutlich wurde, wie vielseitig Kunststoffe im Alltag eingesetzt werden.
Darüber hinaus lernten die Teilnehmenden, wie Polyurethanschaum entsteht – ein Material, das unter anderem in Matratzen und als Bauschaum Verwendung findet. Die anschaulichen Demonstrationen machten die theoretischen Inhalte greifbar und leicht verständlich.
Ein weiteres Highlight war die Arbeit mit einer Spritzgussmaschine: Hier stellten die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Kunststoffplakette her und lernten so etwas über industrielle Fertigungsprozesse.
Den gelungenen Abschluss bildeten faszinierende Experimente mit flüssigem Stickstoff, die von einer Betreuerin eindrucksvoll vorgeführt wurden. Die spektakulären Effekte sorgten für Staunen und rundeten den Besuch eindrucksvoll ab.
Die Exkursion ins EMU-Labor bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur wertvolle Einblicke in naturwissenschaftliche Arbeitsweisen, sondern bereitete ihnen auch sichtlich Freude. Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen kehrten sie begeistert zurück.
L+ erlebt Stadtgeschichte im Luftschutzbunker
15 Schülerinnen und Schüler unseres Begabungsförderungskurses L+ erkundeten am 02.12.2025 die Ulmer Innenstadt auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Der Ausflug führte in zwei nahezu unbekannte Luftschutzbunker unter ehemaligen Festungsbastionen der einstigen Reichsstadt Ulm. Einst im 17. Jahrhundert nach niederländischer Technik zur Verteidigung der Stadt erbaut, dienten sie im 19. Jahrhundert als Bierkeller und wurden in den 1930er-Jahren zu öffentlichen Luftschutzräumen ausgebaut. Unser Physiklehrer Matthias Burger führte die Schülerinnen und Schüler in die teils schwer zugänglichen Anlagen - an einer Stelle musste sich die Gruppe erst durch dichtes Dornengebüsch kämpfen, bevor die versteckt liegenden Türen aufgeschlossen werden konnten. Drinnen empfing einen Dunkelheit, ein muffiger Geruch und eine Ahnung von der Angst, mit der das Ausharren im Luftschutzbunker während eines Angriffs 1944/45 verbunden gewesen sein muss.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren nebenbei viel über Ulmer Stadtgeschichte, vor allem in Bezug auf die Napoleonischen Feldzüge, das Bierbrauen und die Ereignisse der 1848er-Revolution. Zum Beispiel erkundeten sie auch ein halbverfallenes Kreuzgratgewölbe, das einst der Keller der Gaststätte "Zum Schiff" war, in welchem es 1848 zum "Schiffskravall" gekommen war. Der Schwerpunkt der Führung lag aber auf den Aspekten des Luftschutzes 1944/45. Herr Burger zeigte Bilder von typischen Bomben, Angriffsstrategien und den Wirkungen dieser in Form des sogenannten Feuersturms. Dadurch wurden bestimmte Einrichtungen der Luftschutzbunker erst verständlich. Die Schülerinnen und Schüler fanden viele original erhaltene Reste der Ausstattung wie Schilder zu den Notausstiegen, Bemalungen wie "Rauchen verboten", Lüftungsschächte und Spezialtüren an den Gasschleusen. Besonders eindrucksvoll war die an vielen Stellen aufgetragene Leuchtfarbe zur Orientierung bei Stromausfall. Die Dichte an historischer Information und die beklemmende Wirkung der originalen Orte machten den Ausflug zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
L+ zu Gast an der Hochschule Neu-Ulm
Am 28.11.24 feierte der Innovation Space der HNU sein fünfjähriges Bestehen. Zu Gast waren unter anderem die Schülerinnen und Schüler unseres schulinternen Begabungsbausteins L+. Bei einem Design Thinking Workshop kreierten sie den Geldbeutel der Zukunft und präsentierten ihn anschließend in einem Elevator Pitch. Am Nachmittag bekamen die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch das Medienzentrum und erkundeten den Beruf des Physician Assistant, den es erst seit wenigen Jahren an der Hochschule Neu-Ulm gibt.
Wir bedanken uns bei der HNU für die Einladung und für einen rundum gelungenen Tag auf dem Campus.
Hier geht es zu den Hochschulnews der HNU, in denen über die Jubiläumsfeier genauer berichtet wird.