Geschichte
Ein weiser Vorschlag, den Kurt Tucholsky anbietet. Doch Geschichte studieren … wie funktioniert das? Jahreszahlen auswendig lernen? Herrscherdynastien aufsagen können? Nein – Geschichtsunterricht ist so viel mehr!
Unsere Schülerinnen und Schüler dürfen sich im Fach Geschichte immer wieder als Zeitdetektive betätigen. Sie tauchen ab in die Vergangenheit und lassen sich auf die faszinierende Arbeit mit ihr ein. Dabei ordnen sie zuvor erworbenes Wissen in immer größere, komplexere Zusammenhänge und schulen damit ihr vernetztes Denken. In offenen Unterrichtsphasen sowie im Projektunterricht haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, historische Spezialgebiete, die sie besonders interessieren, zu vertiefen oder sich durch historische Exkurse mutig auf gänzlich Unbekanntes einzulassen. Exkursionen und Veranstaltungen, wie zum Beispiel Zeitzeugengespräche, können eine sichtbare Brücke zwischen der Vergangenheit und der heutigen Lebenswelt bauen. So wächst bei den Schülerinnen und Schülern ein historisches Bewusstsein, das ihnen für ihre eigene Orientierung im Hier-Und-Jetzt hilft und mit dem sie sich auf den Weg zu kritisch denkenden, hinterfragenden, aber auch toleranten Bürgern machen können.
Exkursion der 7. Jgst. zum Schloss Nymphenburg
Die 7. Jahrgangsstufe unternahm am 14.07.26 einen spannenden Ausflug zum Schloss Nymphenburg in München. Bei einer Führung durch das prachtvolle Barockschloss erhielten die Schülerinnen und Schüler interessante Einblicke in das Zeitalter des Absolutismus, die Geschichte des Schlosses und das Leben am kurfürstlichen Hof. Im Anschluss erkundeten die Kinder die weitläufige Parkanlage. Dabei konnten sie die beeindruckende Gartenlandschaft, die historischen Bauwerke und die besondere Atmosphäre des Schlossparks entdecken. Der Ausflug bot eine gelungene Verbindung von Geschichte, Kultur und gemeinschaftlichem Erleben.
Johannes Brenner
Planspiel der 10. Jahrgangsstufe „Der Landtag sind wir“
Am Montag, den 13.07.2026, konnte die 10. Jahrgangsstufe am Planspiel des bayerischen Landtages teilnehmen und wichtige Einblick in die Arbeit des Landtages gewinnen. Im Laufe des Tages sollten die Lernenden ein Gesetz zum Verbraucherschutz verfeinern und verabschieden. Hierfür trafen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst in Fraktionssitzungen, um die Position der fiktiven Parteien, derer Sie zugeordnet waren, zu bestimmen. Im Anschluss wurde der Gesetzesvorschlag in Ausschüssen spezifiziert. Die Lernenden konnten dabei erkennen, wie anspruchsvoll der Weg zu einem Gesetz ist und welches Frustrationspotential entstehen kann, wenn man in der Opposition keine Änderung beitragen kann.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe nahmen das Planspiel so wahr:
Insgesamt hat mir das Planspiel gut gefallen. Tatsächlich habe ich dabei mehr gelernt, als ich ursprünglich erwartet hatte. Die Betreuer waren sehr nett und haben die Inhalte verständlich erklärt. Auch die Fragerunde am Ende fand ich interessant. […] Colin Granat
Ich habe das Planspiel als sehr interessant und wirklich gut inszeniert empfunden, auch wenn ich mir am Anfang nicht so wirklich etwas darunter vorstellen konnte und eher kritisch eingestellt war. Vor allem das wenige Eingreifen der „Spielleiter“ in das ganze Geschehen war sehr gut, da wir so alle selbst erfahren und ein bisschen mehr spüren konnten, dass zum Verabschieden eines Gesetzes sehr viel mehr als nur das Schreiben des Gesetzes gehört. Ich fand es spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Meinungen in den zugeteilten Rollen, die jeder bekommen hat, aber auch bei den trotzdem noch mit einfließenden persönlichen Ansichten waren. Und vor allem das Ende war ein wenig überraschend, weil ich oder wir geglaubt hatten, dass der Gesetzentwurf genau so, wie wir ihn in unserer Fraktion verabschiedet hatten, bleibt und nicht mehr weiter verändert wird. Auch das Gespräch mit den Landtagsabgeordneten am Ende war sehr aufschlussreich, vor allem weil man dadurch gesehen hat, dass Politiker eigentlich auch ganz normale Menschen sind, obwohl man sie sonst ständig im Fernsehen sieht. Sophie Werner
Meiner Meinung nach hat das Planspiel einen sehr guten Eindruck davon gegeben, wie das Verabschieden von Gesetzen wirklich funktioniert. Es war interessant, sich in die Rollen von Politikern zu versetzen und am Ende sogar mit ihnen reden zu können. Ich fand diese Erfahrung sehr bereichernd und würde es allen anderen Schülern empfehlen! Louise Borck-Auzaneau
Den krönenden Abschluss bildete ein Gespräch mit drei Landtagsabgeordneten Manuel Knoll (CSU), Marina Jakob (FREIE WÄHLER) und Cemal Bozoğlu (B'90/DIE GRÜNEN). Die Schülerinnen und Schüler haben mit dem Planspielteam im Vorfeld Fragen erarbeitet, die dann an die Runde gestellt wurden. Besonders zeigte sich hier für die Lernenden die unterschiedliche Einstellung der Regierungsmehrheit und der Opposition zu aktuellen politischen Themen.
Der Tag erwies sich für alle Beteiligte als sehr gewinnbringend und bot den Schülerinnen und Schülern einen echten Einblick in politische Prozesse.
Gloria Bär
Engagement macht’s möglich – Besuch des Bayerischen Landtags
Eine einfache Idee, die im Oktober 2025 fast unmöglich erschien, entwickelte sich am 13. Juli 2026 in einen großen Ausflug für die gesamte 11. Jahrgangsstufe. Nachdem ich Herrn MdL Thorsten Freudenberger kennengelernt und an einem von ihm organisierten Workshop am Demokratietag teilgenommen hatte, sprach ich ihn an und fragte, ob ein Ausflug zum Bayerischen Landtag möglich wäre. Zu meiner Überraschung bejahte er meine Frage. Nachdem ich die offizielle Anfrage per E-Mail an sein Büro geschickt hatte, folgten viele weitere E-Mails und einiges mehr, was organisiert werden musste. Doch die Zeit verging sehr schnell und da saßen wir schon im Reisebus nach München. Wir wurden von seiner Sekretärin begrüßt und dann begann bereits die Führung. Wir schauten zwei interessante Filme an, um einen ersten Eindruck über den Landtag zu bekommen, und anschließend führte uns Herr Freudenberger ausführlich durch das Maximilianeum. Wir wurden durch alle wichtigen Räume geführt, durften uns im Plenarsaal sogar wie echte Abgeordnete fühlen und machten Fotos auf der berühmten roten Treppe. Abschließend folgte eine Gesprächsrunde mit Herrn Freudenberger, die sehr produktiv war. Nach der Verabschiedung gab es in der Landtagsgaststätte Mittagessen. Unser Ausflug endete jedoch nicht mit dem Verlassen des Maximilianeums, sondern wir hatten noch die Gelegenheit, München zu erkunden. Die Organisation dieses Ausflugs war für mich etwas ganz Besonderes und hat mein Selbstvertrauen gestärkt. Gleichzeitig hat die Exkursion mir aber auch gezeigt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Mir war wichtig, dass sich alle wohlfühlen, und ich hoffe, dass jeder etwas von dieser Reise mitgenommen hat. Natürlich wäre das ohne die Hilfe meines Lehrers Herrn Brenner nicht möglich gewesen, dem ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danken möchte.
Livia-Ioana Limbàlatà, 11a
Was weißt du über das Römische Reich? Infoplakate der 6. Klassen
Zum Schuljahresende haben unsere 6. Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichts nochmal viel Arbeit in die Erstellung von Infoplakaten gesteckt. Auch dieses Mal können sich die Ergebnisse wirklich sehen lassen! Wer Spannendes über das Römische Reich erfahren möchte, kann vom 9. bis 16. Juli einige besonders gelungene Exemplare im ersten Stock beim blauen Sofa bestaunen.
Johannes Brenner
Poster-Ausstellung jetzt in der Aula: "Stasi. Was war das?"
In der Aula kann aktuell die Poster-Ausstellung „Stasi. Was war das?“ vom Bundesarchiv besucht werden. Insgesamt 13 Themenposter zeigen das Wirken der DDR-Staatssicherheit in ausgewählten Lebensbereichen der DDR, beleuchten die Rolle der Stasi bei zentralen Ereignissen und informieren über die Methoden der Geheimpolizei. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, was mit den Hinterlassenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit nach dem Ende der DDR geschah.
Johannes Brenner
Leben in und Flucht aus der DDR - Zeitzeugengespräch mit Jens Hase
Bereits im Geschichtsunterricht hatten wir auf Grundlage von freigegebenen Stasi-Akten Präsentationen zu Fällen halten dürfen, in denen Jugendliche unseres Alters aus unterschiedlichen Gründen in den Fokus des Staatssicherheitsdienstes der Deutschen Demokratischen Republik geraten waren. Doch sich richtig vorzustellen, wie es war, in der DDR aufzuwachsen, war unmöglich. Zu unserem Glück lernten wir den DDR-Zeitzeugen Jens Hase kennen, der uns am 15. Mai 2026 am Lessing-Gymnasium besuchte. Ich hatte mir einen Zeitzeugen deutlich älter vorgestellt, vielleicht vorne sitzend und sichtlich mitgenommen davon, was ihm widerfahren ist. Herr Hase saß nicht, sondern er stand selbstbewusst und entschlossen vorne und strahlte meiner Meinung nach eine Stärke aus, die direkt Eindruck bei mir hinterließ. Er berichtete so detailreich und genau, dass in meinem Kopf ein Film ablief. Herr Hase zeigte uns zudem eine ehemalige Schuluniform, Bilder und vieles mehr aus der damaligen Zeit, was deutlich machte, wie wichtig es für ihn war, seine Geschichte so eindrücklich wie möglich zu erzählen. Der Vortrag war mitreißend, emotional, aber auch lehrreich. Sich vor Augen zu halten, wie hart das Leben manchmal sein kann und wie wichtig es ist, sich an diese Zeit zurückzuerinnern und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war für Herrn Hase am wichtigsten. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, als er sagte: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf.“ Dem konnte ich nur zustimmen und mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, sich täglich für die Demokratie einzusetzen, denn auf der Welt leben immer noch viele Menschen, die in einer Diktatur gefangen sind und denen es nicht gestattet ist, ihre Meinung zu äußern und diese wirksam zu machen. Abschließend kann ich sagen, dass seine Geschichte jedem von uns im Gedächtnis geblieben ist und uns motiviert hat, für Freiheit und Demokratie einzustehen. Vielen Dank!
(Alexandra Lemmer, 10a)
Was weißt du über das alte Ägypten?
In den vergangenen Wochen haben unsere 6. Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichts viel Zeit und Arbeit in die Erstellung von Infoplakaten gesteckt. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen! Wer Spannendes über das alte Ägypten erfahren möchte, kann vom 2. bis 13. Februar einige Exemplare im ersten Stock beim blauen Sofa bestaunen.
Johannes Brenner
Holocaust-Gedenken am 27.01. in Neu-Ulm
Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen am Gedenktag in Neu-Ulm teil und gestalten das Gedenken mit ihren Beiträgen. Regio-TV berichtet darüber.
Zeitzeugengespräch der Q12 mit Charlotte Knobloch
Am 20. November hatte die zwölfte Jahrgangsstufe die besondere Gelegenheit, an einem bewegenden Online-Zeitzeugengespräch mit Charlotte Knobloch teilzunehmen. In einer ruhigen und sehr persönlichen Art erzählte sie von ihrer Kindheit während der NS-Zeit: von Ausgrenzung, Angst und Momenten, die heute kaum vorstellbar sind. Die heutige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München berichtete eindrucksvoll aus ihrem Leben im nationalsozialistischen Deutschland.
Sie schilderte, wie sie bereits als kleines Mädchen Ausgrenzung und Gefahr erlebte – unter anderem während der Novemberpogrome 1938. Besonders eindrücklich war, wie offen sie auch über schwere Erinnerungen sprechen konnte. Auch die familiären Brüche, die diese Zeit mit sich brachte, kamen zur Sprache: Ihre Mutter verließ die Familie in den frühen Jahren, während ihre Großmutter, die für sie zur wichtigsten Bezugsperson wurde, schließlich deportiert und im Konzentrationslager ermordet wurde.
Trotz der schmerzhaften Erinnerungen vermittelte Frau Knobloch den Schülerinnen und Schülern eine klare Botschaft: hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und sich klar gegen Hass und Diskriminierung zu stellen. Das Gespräch hinterließ einen tiefen Eindruck und bot eine wertvolle, persönliche Perspektive auf ein Kapitel der Geschichte, das nicht vergessen werden darf. Deutlich wurde, wie entscheidend Respekt, Menschlichkeit und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sind.
Julia Liberka, Mia Retter - Q12
Schreiben wie die alten Ägypter
Die Hieroglyphen der Ägypter gehören zu den ältesten Schriften der Welt. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6b und 6c beschäftigten sich intensiv mit diesen altägyptischen Zeichen. Sie erfuhren Spannendes, z.B. dass die Blickrichtung der Tier- und Menschenfiguren bestimmt, ob die Hieroglyphen von links nach rechts oder andersherum gelesen werden, und sie lernten, ihre eigenen Vornamen in Hieroglyphen zu schreiben. Anschließend bastelten sie Lesezeichen - jedoch nicht mit Stift und Papier, sondern mit sogenannten Binsen und Papyrus, dem Schreibwerkzeug der alten Ägypter. Das historisch authentische Material ließ das alte Ägypten (wenn auch nur innerhalb des Klassenzimmers) auferstehen. Mithilfe einer Hieroglyphen-Tabelle personalisierten die Kinder ihre Lesezeichen und verpassten ihnen so den letzten Schliff.
Johannes Brenner