Leben in und Flucht aus der DDR - Zeitzeugengespräch mit Jens Hase
Bereits im Geschichtsunterricht hatten wir auf Grundlage von freigegebenen Stasi-Akten Präsentationen zu Fällen halten dürfen, in denen Jugendliche unseres Alters aus unterschiedlichen Gründen in den Fokus des Staatssicherheitsdienstes der Deutschen Demokratischen Republik geraten waren. Doch sich richtig vorzustellen, wie es war, in der DDR aufzuwachsen, war unmöglich. Zu unserem Glück lernten wir den DDR-Zeitzeugen Jens Hase kennen, der uns am 15. Mai 2026 am Lessing-Gymnasium besuchte. Ich hatte mir einen Zeitzeugen deutlich älter vorgestellt, vielleicht vorne sitzend und sichtlich mitgenommen davon, was ihm widerfahren ist. Herr Hase saß nicht, sondern er stand selbstbewusst und entschlossen vorne und strahlte meiner Meinung nach eine Stärke aus, die direkt Eindruck bei mir hinterließ. Er berichtete so detailreich und genau, dass in meinem Kopf ein Film ablief. Herr Hase zeigte uns zudem eine ehemalige Schuluniform, Bilder und vieles mehr aus der damaligen Zeit, was deutlich machte, wie wichtig es für ihn war, seine Geschichte so eindrücklich wie möglich zu erzählen. Der Vortrag war mitreißend, emotional, aber auch lehrreich. Sich vor Augen zu halten, wie hart das Leben manchmal sein kann und wie wichtig es ist, sich an diese Zeit zurückzuerinnern und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, war für Herrn Hase am wichtigsten. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir, als er sagte: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf.“ Dem konnte ich nur zustimmen und mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, sich täglich für die Demokratie einzusetzen, denn auf der Welt leben immer noch viele Menschen, die in einer Diktatur gefangen sind und denen es nicht gestattet ist, ihre Meinung zu äußern und diese wirksam zu machen. Abschließend kann ich sagen, dass seine Geschichte jedem von uns im Gedächtnis geblieben ist und uns motiviert hat, für Freiheit und Demokratie einzustehen. Vielen Dank!
(Alexandra Lemmer, 10a)