Physik der Orgel im Rahmen von L+

Wie viel Physik und mechanische Handwerkskunst in einer Orgel stecken, durften im Rahmen der Begabtenförderung L+ 13 Schülerinnen und Schüler am Lessing-Gymnasium erleben. Physikalische Versuche zu stehenden Wellen, Obertönen, Resonanz und Schwebung hielten dabei so manche Überraschung bereit. Vor allem, als am Ende dieser Versuche die Schülerinnen und Schüler auf einer lediglich mit Wasser selbst gestimmten „Glasflaschen-Flöte“ gemeinsam „Alle meine Entchen“ zum Besten gaben.

Als wir im zweiten Teil der Einheit dann die Kirchenorgel von St. Johann Baptist in Neu-Ulm besuchten, war dieses Erstaunen umso größer: Für den majestätischen Klang der Orgel sind nicht nur 6 Pfeifen wie bei der „Glasflaschen-Flöte“ beim Lied zuvor nötig. Laut unseren Berechnungen sind es an dieser Orgel knapp 2.000 Pfeifen. 2.000 Pfeifen, von denen jede einzelne genau im richtigen Moment mit Wind versorgt werden muss, mit einer ausgeklügelten Mechanik angesteuert werden muss und immer wieder genau richtig gestimmt sein muss. Beim Blick in die einzelnen Werke hat sich die Vielfältigkeit der Orgelpfeifen offenbart: Pfeifen mit wenigen Millimetern sind hier ebenso wie meterlange Pfeifen vertreten, die nur mit raffinierten Tricks in der Kirche Platz finden. Neben Holz kommen zahlreiche Metalllegierungen und Formen zum Einsatz, um verschiedene Klangfarben zu erzeugen. Die Mechanik vom Spieltisch bis zu jeder einzelnen Pfeife ist beeindruckend.

Natürlich durfte auch das ausgiebige Testen der „Königin der Instrumente“ nicht fehlen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler probierten sich an musikalischen Entfaltungen und brachten die Physik vom Beginn an der Orgel zum Beben.

Matthias Kast