40 Jahre Tschernobyl – Ausstellungsbesuch und Diskussion der Politik AG im Ulmer Stadthaus
Exkursion der Politik AG ins Ulmer Stadthaus und Diskussion über Kernenergie und Kernwaffen auf der Dachterrasse
40 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl besuchte die Politik AG des Lessing-Gymnasiums am 21. Mai 2026 die Ausstellung dazu im Stadthaus Ulm.
Nach einem KickOff-Vortrag zum Thema „Politische Bedingungen und Hintergründe sowie die technischen Umstände bei der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl“ von Physiklehrer Matthias Burger liefen 17 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 10, 11 und 12 nach Ulm ins Stadthaus. Dort betrachteten sie die Exponate bestehend aus Fotos, Filmen und einem Herbarium aus einer ukrainischen Grundschule und ließen sich von der Chefin des Stadthause erklären, wie die nahe am havarierten Kraftwerk gelegene Stadt Prybiat zur Geisterstadt wurde, nachdem alle 30 000 Einwohner evakuiert wurden. Außerdem erfuhren sie, dass Fotografen immer wieder ins Sperrgebiet fahren, um Familienfotos aus den leerstehenden Häusern mitzunehmen und um Pflanzen und Tiere zu fotografieren, die dort trotz der Radioaktivität leben, z.B. Przewalski-Pferde, Füchse und Wildschweine.
Im Anschluss daran diskutierten alle auf der Dachterrasse mit Blick auf das Münster über die Geschichte der Atomenergie sowie den Unfall in Fukushima, den darauffolgenden Ausstieg aus der Kernenergie von Deutschland sowie Vor- und Nachteile von Atomstrom. Zudem wurde mithilfe von Impulsvorträgen der Schülerinnen und Schüler über die Technologie hinter AKWs und Kernwaffen gesprochen, über Kernwaffen im Kalten Krieg, über Kernwaffen heute sowie über die derzeitigen Atommächte und die Bedeutung der EU und Frankreich in dem Zusammenhang.
Bei Butterbrezeln und Raffaello, bei Sonnenschein und mit Münsterblick tauschten sich die politikbegeisterten Schülerinnen und Schüler über eine Stunde lange aus und hätten noch länger bleiben können.
Übrigens: Die Sonne funktioniert auch als große Kernfusion – deshalb unser finales Fazit in Sachen AKWs: Lass uns sie einfach als beste Stromquelle nutzen. Und das Fazit in Sachen Kernwaffen? Informiert sein und darüber sprechen hilft, Ängste vor einem möglichen Atomkrieg kleinzuhalten.
Miriam Fuchs & Laura Nagel